Energietour

 

Solarpanels_SchülerMontag, 20. Oktober 2014, 14 Uhr: Der kleine Bus hält vor unserer Schule. Das Brummen des Motors verstummt. Wir sitzen auf der kleinen Betonmauer vor unserem Heizkraftwerk. Noch steigt kein Rauch aus den Schloten auf. Aber bald schon wird die Heizung angestellt werden. Die Hackschnitzel wurden auch schon geliefert. Eigentlich eine recht umweltfreundlich Energiequelle. Doch was gibt es noch für Methoden, die die Umwelt nicht belasten, um Energie zu produzieren? Um dieser Frage auf den Grund zu gehen, begeben wir uns auf „Energietour“. Unsere erste Station ist die große Solaranlage von „Solarcomplex“ in Rickelshausen. Riesige Solarkomplexe säume die ehemalige Mülldeponie. Wolken ziehen über den Himmel und spiegeln sich in den spiegelartigen Flächen. Wir steigen aus, werden von einer Mitarbeiterin in Empfang genommen und laufen einen kleinen Kiesweg hoch. Oben angekommen stehen wir vor dem Eingang der Anlage. Gras wächst zwischen den einzelnen Aufständerungen der Solarzellen. Über einen Trampelpfad gelangen wir zu der Aussichtsplattform. Von dort aus haben wir einen wunderbaren Überblick. Der komplette Solarpark hat bis zum jetzigen Zeitpunkt schon acht Millionen Euro gekostet. Die Stromproduktion liegt beim jährlichen Bedarf von 2.500 Personen. Diese enorme Summe wird durch 32.000 Dünnschicht-Module erzeugt. Allerdings rechnet sich eine Solarzelle erst nach ungefähr 10 Jahren. Durch die Stromkosten bei der Herstellung der Zelle muss sie erst 10 Jahre Strom erzeugen, um sich am Ende in der sogenannten „Energiebilanz“ zu rechnen. Deshalb produziert sie, rein rechnerisch gesehen, erst nach 10 Jahren Strom. Wir steigen wieder vom Turm herunter und fahren mit unserem Bus weiter.

Abfüllen der organischen AbfälleNach einiger Zeit kommen wir in Mauenheim an. Dieses Dorf birgt ein ganz besonders Geheimnis: Es ist energieautark. Aber was bedeutet das? Das heißt ganz einfach, dass Mauenheim allen benötigten Strom und alle Wärme selbst herstellt. Dadurch wird eine beachtliche Menge an Kohlendioxid eingespart. Mauenheim hat eine eigene Biogasanlage. Diese wird mit dem Kuhmist und dem Mais und Gras aus der Umgebung bestückt. Mit den „Resten“, die nach der Gasproduktion noch überbeleiben, werden Felder gedüngt. Neben der Biogasanlage steht ein Hackschnitzelwerk. Es sieht fast genauso aus, wie jenes, welches unsere Schulheizungen mit Wärme versorgt. Und das Kraftwerk ist, wie wir erfahren, ein guter Weg, umweltfreundlich an Wärme zu kommen. Dies liegt an der Tatsache, dass es mit Holz, einem nachwachsenden Rohstoff, versorgt wird. Auch hier in Mauenheim wird mit dem Hackschnitzelwerk kein Strom produziert. ErklärungenDas Hackschnitzelwerk ist, genau wie die Biogasanlage, an das heimische Nahwärmenetz angeschlossen. Diese Leitungen ziehen sich durch das ganze Dorf und der Großteil der Häuser ist an dieses System angeschlossen. Zwei Wasserleitungen gehen durch alle Straßen. In der einen wird das warme Wasser durchgeleitet, in der anderen das kalte. Der Strom kommt aus umliegenden Solarkraftwerken und teilweise auch aus der Biogasanlage. Diese Anlage nehmen wir unter genauen Augenschein. Doch viel können wir nicht sehen. Dafür aber riechen. Nicht wenige von uns halten sich die Nasen zu. Auch unsere Ohren werden beansprucht. Die lauten Pumpen und Umwälzungsanlagen laufen ständig und das bekommen wir zu hören. Das Hackschnitzelwerk ist da schon deutlich leiser. Aber auch so langweilig. Zumindest das, was wir sehen können. Ein bisschen Asche, ein paar Hackschnitzel und ein Laufband. Leider läuft das Kraftwerk nicht, weshalb es bestimmt auch etwas uninteressant für uns ist. Nach einigen Erklärungen von der Dame von Solarcomplex steigen wir, zusammen mit einer ordentlichen Briese Landluft, wieder in den Bus. Uns damit endet unsere Energietour am Ende da, wo sie begonnen hat: Am Hackschnitzelwerk. Und wie wir nun wissen ist dies eine wirklich umweltfreundliche Methode uns zu wärmen.

Bildquelle: GNF-Archiv
2 Comments
  1. Ein schön runder Bericht von eurem Ausflug. Aber was haltet ihr von der Kritik an Biogasanlagen? Mais, Zucker oder Soja in Energie zu verwandeln, nur um heizen zu können und das obwohl Menschen auf der Welt noch verhungern? Und in intensiver Landwirtschaft hier reine Energie-Pflanzen in Monokultur anzubauen, anstatt dass auf den Wiesen verschiedenste Blumen wachsen? Kann das gut sein? Mehr dazu gibts zum Beispiel hier zu lesen: http://www.zeit.de/2012/31/N-Bioenergie
    Bin gespannt auf den Artikel!!

  2. Genau diesem Thema nehmen Leon und ich uns in unserer Facharbeit an. Wir werden untersuchen, ob Mais in einer Biogasanlage wirklich so effizient ist, oder ob andere Stoffe auch eine solche Leistung erbringen können. Wenn Sie dir Ergebnisse von unseren Untersuchungen interessiere, können Sie diese natürlich erhalten.
    Grüße Linn

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