Exkursion: Bienwald, den Wildkatzen auf der Spur!

Am Samstagmorgen, den 12.11.2014, um 8 Uhr starteten wir mit einem Reisebus unsere Exkursion in den Bienwald, um etwas über Urwälder und Wildkatzen zu erfahren. Angekommen im Büro des Vorsitzenden des Naturschutzgroßprojekts hörten wir einen Vortrag von Herr Dr. Peter Keller, über den Bienwald, als größtes zusammenhängendes Waldgebiet (18.000 Hektar) im Oberrheingraben auf deutscher Seite. Ausgezeichnet ist er durch historische Besonderheiten: Ludwig der XIV. ließ schon Kalkstein von Gefangenen im heutigen Projektgebiet abbauen und der ehemalige Westwall zu Frankreich ist hier zu sehen.

Seit 1979 ist er im Förderprogramm von Chance.natur, um Schutz und lange Sicherung zu gewährleisten, dabei soll das Naturschutzgroßprojekt die Entwicklung zu einem Urwald ermöglichen. Ausgezeichnet ist der Wald dafür durch seine Bedeutung mit Großflächigkeit und Komplexität. Letzteres durch verschiedenste Lebensräume, von Auenwäldern, über Mähwiesen mit Rindern zu Flussgebieten der planaren bis montanen Stufe. Sie alle bieten den unterschiedlichsten Tieren (z.B. dem seltenen Wachtelkönig) aber auch außergewöhnlicher Flora (Wasserfenchel, Königsfan, Stechpalme…) Platz.

Um zu schützen und zu wirtschaften werden Bäume und Flächen aufgekauft oder mit Förstern getauscht, sodass ein größeres Gebiet gerettet werden kann ohne dass Verluste in der Holzwirtschaft entstehen. Interessant sind spezielle Methoden, die von den Projektleitern gefunden wurden, um z.B. den Waldboden vor dem Zuwachsen zu bewahren ohne zu sehr in die Natur einzugreifen: Eine kleine Ziegenherde wurde engagiert, um ihn kahl zu halten!

Bunker_BK

Nach dieser Einleitung in das Projekt konnten wir Herr Dr. Peter Keller noch unsere Fragen stellen, um danach mit dem Bus tiefer in den Wald zu fahren. Dort stiegen wir aus, um ehemalige Grenzbunker zu Frankreich zu betrachten. Wir lernten, dass diese Unterschlupf- und Nachwuchsaufziehgebiet für Wildkatzen darstellen könnten, allerdings noch ihren Ansprüchen angepasst werden müssen. Daraufhin fuhren wir wieder zurück und traten bald den Heimweg an. Auf der Fahrt half Kai-Steffen Frank vom BUND uns noch die übrigen Fragen zu beantworten und zeigte uns sogar direkt vor Ort vom Busfenster aus, welche Straßen und Gebiete sich als problematisch für die Wildkatzenpopulation darstellen, da noch keine wirkliche Biotopverbindung für ihre Ausweitung und Wanderungen gegeben sind. Auch sind wir ihm sehr dankbar für das Material über Wildkatzen, welches er uns nachlieferte.

Zusammenfassend können wir den Bienwald in der Südpfalz allen Naturfreunden für eine Fahrradtour oder zum Wandern nur empfehlen, um Pflanzen und Tiere in Ruhe und in ihrer natürlichen Schönheit erleben zu können!

von Bianka Karreman, Denise Leitenmayer Pauline Meyer

 

Bildquellen: Nachwuchsjournalisten und GNF-Archiv
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