Schutz für scheue Jäger – Interview mit Peter Keller und Kai Frank

Suche nach Wildkatzen im Bienwald und am Bodensee: ein Interview mit Peter Keller und Kai Frank.

von Bianka Karreman, Denise Leitenmayer und Pauline Meyer
Kai Steffen Frank, Waldexperte des BUND Baden-Württemberg

Kai Steffen Frank, Waldexperte des BUND Baden-Württemberg

Warum sind Wildkatzen für unser Ökosystem so wichtig?

Peter Keller: Alle Organismen in einem Ökosystem haben aufeinander Einfluss. Wir können die Folgen einer Änderung nicht abschätzen, sehen sie aber als Bedrohung. Außerdem gehört die Wildkatze hier her und soll nicht wegen dem Menschen, wie Wölfe etc. verschwinden.

Was sind die Hauptgründe für die Abnahme der Population von Wildkatzen?
Kai Steffen Frank: Der Mensch schädigt und verkleinert akut ihren Lebensraum.

Welche Ziele hat sich Ihre Organisation für das Jahr (nächsten 5, … Jahre) gesetzt?
KSF: Zunächst einmal weitermachen. Im Dezember 2015 kommt es zu einer Verlängerung des Projekts mit EU-/BFN-Geldern. Wir brauchen eine neue Stiftung mit mehr Geld.

Wie kamen Sie dazu sich im Bereich des Wildkatzenschutzes zu betätigen?
PK: Es ist eine Art, die vor 90 Jahren in Baden-Württemberg ausgestorben ist und der ich helfen will. Zudem hilft es auch Hirsch, Hermelin und anderen dabei, vom Platz her nicht getrennt zu sein.

Peter Keller ist Spezialist der Gesellschaft für Naturschutz und Ornithologie Rheinland-Pfalz

Peter Keller ist Spezialist der Gesellschaft für Naturschutz und Ornithologie Rheinland-Pfalz

Haben Sie Angaben für die Sterbezahl in Baden-Württemberg / Deutschland von Wildkatzen durch Autounfälle o.Ä.?
PK: Nein.

Seit wann befasst sich Ihre Organisation schon mit dem Schutz von Wildkatzen?
KSF: Der BUND über 12 Jahre in Baden-Württemberg und seit knapp 20 auf Bundesebene.

Was haben Sie für ein Budget für den Schutz?
KSF: In Baden-Württemberg 6-stellige Beträge, auf Bundesebene wahrscheinlich mehrere Millionen, um Flächen zu kaufen und Gehälter zu zahlen.

Gibt es kein Problem mit Inzucht oder Hybriden?
PK: Hybriden sind eine Ausnahme und Inzucht stellt gar kein Problem dar.

Helfen Sie auch anderen bedrohten Tierarten vor dem Aussterben zu bewahren?
KSF: Ja zum Beispiel dem Luchs, Schmetterlingen, Amphibien, Wolf, (Braunbär), Otter, Biber, Störche, Uhu, Greifvögel.

Wie sehen konkrete Schutzmaßnahmen für die Wildkatze aus?
PK: Es ist zunächst wichtig durch den Menschen zerstörte Wanderwege wieder zu etablieren. Bei der sogenannten Waldbiotopvernetzung werden Wälder unter anderem durch Grünbrücken miteinander verbunden. Außerdem schützen wir den so wichtigen Totholzanteil in Wäldern durch verminderte Forstwirtschaft.

Welche Erfolge können Sie in den letzten Jahren verzeichnen?
KSF: Wir konnten Sensibilität wecken und informieren die Politik. Durch Filme schaffen wir Rücksicht. Einfluss auf den Straßenbau, Grünbrücken, Biotopverbände, Wegepläne, der Generalwildwegeplan, Flurneuordnung und des Ankaufen von Flächen haben wir bisher geschafft.

Wie kann sich der Otto-Normal-Bürger für Wildkatzen einsetzen oder sich informieren? Bieten Sie dafür Hilfe an?
PK: Ja, wir haben oft Schulklassen hier, die mit uns Grünbrücken bepflanzen. Unser Badherrenalp Lehrpfad, das Internet, Broschüren oder unser Telefon hält Informationen bereit. Durch Patenschaften, Spenden oder die Einwilligung Flächen zu verkaufen oder zu tauschen, kann man aktiv helfen.

Vielen Dank für das Interview

Bildquelle:  Xaver Klaussner / Fotolia.com

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.