Unser Tag in der ÖSSM – Artenschutz hautnah

Am Dienstag, 19.05.15 ist unsere Seminargruppe mit den Fahrrädern vom Gymnasium Bad Nenndorf nach Winzlar zur Ökologischen Schutzstation Steinhuder Meer gefahren. Dort angekommen begrüßte uns Herr Brandt – der wissenschaftliche Leiter der Schutzstation. Er befragte uns zuerst nach Tierarten, die wir kennen, wobei sich herausstellte, dass manche Tierarten, die wir nannten, keine waren. So erklärte Herr Brandt uns, dass es z. B. den Frosch als Tierart nicht gibt, da „Frosch“ eine Sammelbezeichung für viele Froscharten ist. In Deutschland gibt es fünf Froscharten und sieben Krötenarten, die für Biologen auch zu den „Fröschen“ gehören.

Artenschutz für Anfänger

Anschließend ging es um die Frage, was Artenschutz überhaupt bedeutet. Dabei handelt es sich um den Schutz und die Pflege wild lebender Tiere, um somit die Artenvielfalt zu erhalten. Damit dies erreicht werden kann, schützt man den Lebensraum vor menschlichen Einflüssen und siedelt teilweise ausgestorbene Arten wieder an. Dies ist aus mehrerer Hinsicht sinnvoll: Zum einen können bestimmte Arten wichtige Quellen für Stoffe zur Herstellung von z.B. Medikamenten sein. Auf der anderen Seite berichtete er von einem Beispiel aus Indien wo die Reduktion der Artenvielfalt bei den Geiern zu massiven gesellschaftlichen Auswirkungen durch die fehlende Beseitigung von Aas führte. Außerdem sollte es eine moralische und ethische Verpflichtung für den Menschen sein, Artenschutz zu betreiben.

Geballtes Wissen zum Europäischen Nerz

Als nächstes wurde der Europäische Nerz von Frau Lüers vorgestellt. Der Europäische Nerz ist aufgrund eines deutlichen Rückgangs seiner Population sehr gefährdet und in Deutschland bereits fast ausgestorben. Daher gilt es immer wieder neue Projekte aufzubauen, um neuen Lebensraum zu schaffen. Doch auch wenn der Lebensraum – wie am Steinhuder Meer- vermutlich optimal ist, gibt es in erreichbarer Nähe einfach keine wildlebenden Nerze, die von alleine diesen Ort erreichen. In solchen Fällen entscheidet man sich für eine vom Menschen unterstütze Wiederansiedlung, die wissenschaftliche begleitet wird. Zuerst werden die Tiere in Gehegen draußen in der Natur untergebracht. Diese Gehege haben eine kleine Öffnung, wodurch der Europäische Nerz aus dem Gehege gelangen kann, um sich an die neue Umgebung gewöhnen zu können. Vor Fressfeinden sind sie jedoch geschützt, da diese nicht durch die Öffnung passen. Nach einiger Zeit werden die Tiere dann an unterschiedlichen Orten freigelassen. Damit die Europäischen Nerze individuell erkannt werden können, bekommen alle Tiere einen passiven Transponder und einige auch einen aktiven Sender. Um die Tiere dann zu finden, wird eine Antenne benötigt, die ein Signal abgibt, sobald sich ein Tier in der Nähe aufhält. Das Problem dabei ist, dass verschiedene Einflüsse den Suchvorgang stören oder erschweren können, z. B. wenn sich das Tier sehr oft bewegt. Am Ende werden die gesammelten Ergebnisse ausgewertet, wobei die Verhaltensweisen der Tiere zum Beispiel im Hinblick auf die Nutzung der Lebensräume verglichen werden.

Selbst aktiv: wir telemetrieren Nerze

Nach dem Vortrag konnten wir selber in kleinen Gruppen mit einer Antenne probieren, einen Sender zu finden, welcher im Garten hinter der ökologischen Schutzstation versteckt war. Dabei haben uns Frau Lüers und Herr Brandt gezeigt, worauf man bei der Suche achten muss und wie schwierig es ist, Tiere mit einem Sender zu finden.
Nach einer kleinen Pause sind wir dann mit den Fahrrädern in mehrere Naturschutzgebiete gefahren. Dabei wurden wir von Herrn Brandt begleitet, der uns interessante Informationen über die Schutzgebiete erzählte. Diese Gebiete stellen sehr gute Lebensräume für bedrohte Tiere dar, da sie von Menschen weitgehend unberührt sind. An einem Tümpel blieben wir stehen. In solchen Tümpeln leben vielerlei Arten von Fröschen, wie zum Beispiel der von uns entdeckte Laubfrosch. Des Weiteren konnten wir an einer anderen Stelle mithilfe von Ferngläsern und Spektiven den Fischadler und auch viele andere Vögel sehen, die alle im Naturschutzgebiet leben. Immer wieder konnten wir an verschiedenen Standorten die Tiere beobachten. Anschließend stiegen wir auf einen Aussichtsturm am Westufer, wo wir einen guten Blick über das Steinhuder Meer hatten.

Am Schluss haben wir uns dann noch einmal zusammengesetzt, um uns über die neuen Eindrücke und Erfahrungen auszutauschen. Es war ein sehr interessanter Tag in der Ökologischen Schutzstation Steinhuder Meer, der uns viele bedrohte Tiere näher gebracht und uns gezeigt hat, wie wichtig Artenschutz ist.

Anschließend sind wir mit den Fahrrädern nach Hause gefahren.

Pia, Lisa L. und Niklas

4 Comments
  1. Danke für diesen schönen Bericht ! Ich fühle mich sofort zurück versetzt in diese schöne Fahrradtour und das Wetter war ja auch super !
    Es war insgesamt ein schöner Ausflug wo ich auch sehr viel draus mitgenommen habe !

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