Das kleine Afrika in Norddeutschland

Naturwunder Lüneburger Heide: Steppenlandschaft gedeiht im Herzen Norddeutschlands.

Laura B. und Rahel B.
Afrika in Norddeutschland1

Sand, trockenes Gras und flimmernde Hitze

Hitze, 28° Celsius und nichts außer offener Buschlandschaft. Weder Schatten noch Wasser weit und breit zusehen. Wenn man sich das so anhört, könnte man meinen es sei von Afrika die Rede. Aber diese Szene stammt aus einem Naturschutzpark in Norddeutschland – der Lüneburger Heide.

Die Heide erstreckt sich zwischen dem Städtedreieck Hannover, Hamburg und Bremen. Sie wurde 1909 durch den Naturschutzparkverein e.V. (VNP) zu zwei große Naturschutzgebiete ernannt. Hierbei handelt es sich um die größte und bekannteste Kulturlandschaft Deutschlands, sowie um den ältesten registrierten Naturpark. Dieser ist 107.000 Hektar groß und ringt sich um den Wilseder Berg. Nach der letzten Eiszeit, vor ca. 115.000 – 10.000 Jahren, entstanden Wälder, wo heute die Lüneburger Heide ist. In den Wäldern haben Jäger und Sammler gelebt, die später Ackerbau betrieben und somit den Wald roden mussten. Dies war ein fataler Fehler. Durch die permanente Rodung wurde der Wald immer weiter zurückgedrängt.

Heutzutage verbindet der Naturpark Natur und Kultur. Als Naturraum wird die idyllische, hügelige Landschaft von Touristen geschätzt, da sie dort neben Ruhe ein seltenes Zusammenspiel von Flora und Fauna vorfinden. Um auch weiterhin alljährlich im August/September das lila Blütenmeer der Besenheide zu genießen, welches nur durch die grünen Tupfer der Wachholderbüsche unterbrochen wird, muss beispielsweisen durch den Einsatz von Heidschnuckenherden eine Verbuschung und Bewaldung eingedämmt werden. Sie fressen die jungen Pflanzentriebe und halten die Landschaft so offen.

Die offene Heidelandschaft mit angrenzendem Wald

Der Boden in der Lüneburger Heide zeigt viele verschiedene Strukturen auf. Von sandig, trocken mit Besenheide bewachsenen Stellen bis moorig, feuchten von Glockenheide geprägten Bereichen.

Alte Hofanlagen und Restaurants mit regionalen Produkten erlauben den ca. 1,5 Millionen Menschen, die jährlich die Landschaft besuchen, auch heute noch den Einblick in vergangene Zeiten und das frühere Landleben dieses Kulturraums.

Um das Landschaftsbild zu waren, sind die Hofanlagen nur zu Fuß, per Rad oder Kutsche erreichbar. Lediglich Anwohner und Angestellte verfügen über eine Ausnahmegenehmigung. „Trotz zahlreicher Ordnungs-und Sicherheitsmaßnahmen, die den Lebensraum schützen sollen, kommt es immer wieder zu Unfällen“ berichtete der dort lebende Heideranger Jan Brockmann.

Laut ihm kam es schon oft zu Flächenbränden durch weggeworfene Zigaretten oder Müllverschmutzung an Rastplätzen. Dieses ist für die Heidelandschaft, aber auch für Tiere besonders in der Brutzeit gefährlich.

„Es gibt Gesetze und Regeln, an die sich jeder Gast halten sollte“, so Herr Brockmann

Um steppenartige Landschaften, seltene Tiere & Pflanzen, Hirten mit ihrem Vieh und Ranger zu erleben muss man also nicht nach Afrika reisen – ein Besuch in der Lüneburger Heide im Herzen Norddeutschlands ist nicht weniger spannend!

Über Jan Brockmann: Jan Brockmann ist ein typischer, wie aus den amerikanischen Filmen bekannter, Ranger. Er ist ein Spezialist in seinem Beruf und ein Kenner der Lüneburger Heide. Keine Ecke, kein Winkel ist ihm unbekannt. Aber wie kommt man darauf Heideranger zu werden?! Er meint dies lässt sich auf einen Familienurlaub in den USA zurückzuführen. Jährlich begleitet er Touristengruppen und zeigt ihnen wie einzigartig, besonders und vielfältig die seit Generationen aufgebaute Landschaft ist. Für uns ist Heideranger ein unvorstellbarer Beruf doch für Jan Brockmann ist es seine Vorstellung von einem Traumjob.

 

One Comment
  1. Schöner, informativer Artikel 🙂
    Ihr habt recht, wenn man bei richtiger Hitze in der Lüneburger Heide unterwegs ist, könnte man denken, man ist in Afrika 😀

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