Kehrt Kermit zurück?

Der Laubfrosch ist wieder zurück in Niedersachsen. Eine lange Erfolgsgeschichte für den Artenschutz.

Anna-Lena B.

Kermit und sein geliebtes rosa Schweinchen Miss Piggy gaben am 4. August 2015 ihre Trennung wegen einiger Streitereien bekannt. Viele sorgen sich nun um das Wohlbefinden des berühmten grünen Frosches. Fühlt er sich in der Muppet Show überhaupt noch wohl? Wird er auch in Zukunft die Leute vor dem Bildschirm begeistern, oder wird er für immer von der Bildfläche verschwinden?

Der kleine grüne Hüpfer ist zurück!

So jedenfalls hatte es lange den Anschein bei seinen Verwandten am Steinhuder Meer. Dort waren es allerdings weniger die Streitereien mit Schweinen, als vielmehr die immer schlechteren Lebensbedingungen, die ihn forttrieben: Ende der 1970er wurden viele wichtige Lebensräume des kleinen verwundbaren Laubfrosches zerstört, zum Beispiel durch Entwässern von Tümpeln. Dies erfolgte, um bessere landwirtschaftliche Nutzflächen zu erhalten. Laubfrösche werden nur bis zu 5 Zentimeter groß und ihre Lebenserwartung ist mit 5 bis maximal 15 Jahre viel geringer, als die zu erwartenden 20-30 Jahre anderer Amphibienarten. Auch dies ist ein Grund für ihre Verletzlichkeit. Zudem stellt er hohe Ansprüche an seinen Lebensraum und benötigt zum Beispiel fischfreie Laichgewässer für die Fortpflanzung, Hecken und Stauden in den Sommermonaten und ein frostfreies Quartier für den Winter. Die Tiere reagieren daher besonders empfindlich auf Veränderungen.

Um die kleinen grünen Hüpfer zurückzuholen, wurden ab den 1994er, am Steinhuder Meer zahlreiche Naturschutzmaßnahmen wie etwa das Anlegen von Tümpeln und Teichen umgesetzt. Die wichtigste Grundlage für die Existenz des Laubfrosches war somit wieder gegeben. Woher jedoch sollten die Frösche kommen? Sie waren in Deutschland so selten geworden und lange Wanderungen für die kleinen Tiere so beschwerlich und gefahrvoll, dass sie unmöglich von selbst wieder einwandern konnten. Aus diesem Grund versuchten es Mitarbeiter der Ökologischen Schutzstation Steinhuder Meer (ÖSSM) – wie die Biologin Eva Lüers – mit einer Wiederansiedlung: „Wir fingen an Laichballen aus der Region Hannover in Aquarien künstlich aufzuziehen und setzten die daraus resultierenden Jungtiere in den neuen, ideal geschaffenen Lebensräumen aus.“

Mit Erfolg, denn heutzutage gibt es überall in den Meerbruchwiesen am Steinhuder Meer wieder fröhlich quakende Laubfrösche. Doch was war das Geheimnis des Erfolges? Nicht jede Wiederansiedlung klappt so reibungslos. „Das großräumige Schutzgebiet dieser Feuchtwiesen mit seinen Saumbiotopen bot ideale Voraussetzungen“, so Thomas Brandt, wissenschaftlicher Leiter der ÖSSM. Auch das Anlegen der zahlreichen Kleingewässer und eine intensive wissenschaftliche Betreuung kam den Tieren entgegen. Die Landschaft am Steinhuder Meer ist außerdem sehr naturbelassen und es gibt keinerlei Eingriffe des Menschen wie zum Beispiel das Spritzen gegen Unkraut. So wird das Vorkommen dieser Tiere – zumindest in diesem Gebiet – hoffentlich auch langfristig gesichert sein.

Es sieht also so aus, als wären Kermits Freunde am Steinhuder Meer gerettet. Jedenfalls fühlen sie sich dort nun offenbar wieder pudelwohl. Bleibt zu hoffen, dass uns auch ihr berühmter Cousin Kermit in der Muppet-Show erhalten bleibt.

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