Es muss platschen!

Das große Moor in Vechta wird zum Schauplatz einer Schlammerfahrung, die zu einem guten Moor daztu gehört.

von Annika und Kristina

Anna, Schülerin des Gymnasiums Bad Nenndorf, wollte sich schon immer einmal ein echtes Moor anschauen. Bevor sie sich aber auf die Reise macht, informiert sie sich darüber: Sie recherchiert im Internet und findet heraus, dass Moore sehr nasse, mit vielerlei Pflanzen bewachsene Lebensräume sind.

Moor

Renaturiertes Hochmoor bei Steinhude.

Moore gehören zu den ursprünglichsten Landschaften der Welt und haben eine spezielle biologische Vielfalt, denn aufgrund des Wasserüberschusses herrscht ein Sauerstoffmangel im Boden. Dieser führt zu einem unvollständigen Abbau der pflanzlichen Reste, die als Torf angelagert werden. Durch die Anhäufung von Torf „wächst“ das Moor quasi in die Höhe.

Mit diesen Hintergrundinfos versorgt begibt sich Anna auf die Reise nach Vechta. Dort befindet sich ein ausgeprägtes Moorgebiet, welches „großes Moor“ genannt wird. Schon der erste Blick fasziniert Anna über die Maßen – eine solche Landschaft hat sie noch nie gesehen. Sie sieht eine Landschaft, die von Wasser und Pflanzen bedeckt ist. Natürlich ist Anna nicht alleine dort. Begleitet wird sie von zwei Freundinnen, und der Reiseführer Holger ist auch dabei. Er ist für den Förderverein Goldenstedter Moor tätig und informiert interessierte Gäste über diesen Lebensraum. Anna nutzt die Gelegenheit und fragt drauf los:

„Wie entsteht so ein Moor?“

„Natürlich kann man nie so genau sagen wieso und weshalb ein Moor genau an dieser Stelle entstanden ist. Wichtig sind jedoch folgende Kriterien: Das Gebiet sollte niederschlagsreich sein und eine hohe Luftfeuchtigkeit aufweisen. Im Boden muss eine undurchlässige Schicht das Wasser stauen, und es sollte nicht zu viel Schatten geben. So speichert der Boden extrem viel Wasser, kein Sauerstoff kann eindringen, die abgestorbenen Pflanzen können daher nicht wie auf dem Komposthaufen zersetzt werden.“

„Was gibt es für Moorarten?“

 „Im Wesentlichen gibt es zwei Arten: das Hoch- und das Niedermoor. Beim Hochmoor ist die Torfschicht schon besonders dick und nicht mehr matschig, sondern fest. Pro Jahr wächst sie rund einen Millimeter.

Niedermoor nennt man die Phase, bevor ein Moor zum Hochmoor heranwächst. Durch Grundwasser wird es feucht gehalten, und da es sehr matschig ist, ist der Sog entsprechend hoch. Man kann also sehr leicht einsinken, wenn man über das Moor läuft.“

„Was ist am Moor so besonders und warum sollte man es schützen?“

Moor Goldenstedt 2

Moor Goldenstedt

„Moore bieten wichtige Rückzugsorte für gefährdete wildlebende Pflanzen und Tiere, die an diesen Lebensraum angepasst sind und ihn zum Überleben benötigen. Zum Beispiel lebt die Pflanze Fieberklee nur in wasserreichen und sauerstoffarmen Gebieten. Außerdem sind Moore sehr gute CO2-Speicher und haben eine weitreichende Bedeutung für den Klimaschutz. Seit dem 17. Jahrhundert wurden Moore zunehmend durch den Menschen verändert, da sich Torf unter anderem gut zum Heizen eignet und man es deshalb abbaute. Dadurch haben wir heute in Deutschland kaum noch intakte Moore. Sie sind meist zu Kulturlandschaften, also durch den Menschen geprägte Landschaften, geworden, die aber auch in dieser Form sehr erhaltenswert sind. Deshalb sollten wir großes Interesse an Mooren zeigen und sie nicht zerstören!“

Anna hat auf ihrer Reise sehr viel gelernt. Sie durfte sogar – natürlich nur mit Gummistiefeln – in ein flaches Moor gehen. Der weiche Boden gab leicht nach, es schmatzte und platschte. Holger: „Es sollte platschen, wenn man durch ein Moor läuft. Denn das bedeutet, dass es gesund ist.“ Nur ein nasses Moor ist ein intaktes Moor.

 

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