Hoffnung für gefährdete Arten

Bedrohte Arten gibt es nuch nur am Amazonas. Wie Artschutz vor unserer Haustür funktioniert, kann man am Steinhuder Meer erfahren.

von Marvin und Kristina

Wussten Sie, dass es vom Aussterben bedrohte Tierarten nicht nur in Afrika oder dem Amazonasgebiet gibt? Nein, selbst in unserer direkten Nachbarschaft leben solche Arten. Noch. Denn oft ist es nur dem Einsatz und der Zusammenarbeit engagierter Wissenschaftler, Naturschützer und Behördenvertreter zu verdanken, dass sie weiterhin existieren. Diese Menschen wollen nicht hinnehmen, dass einst alltägliche Arten wie Fischotter, Europäischer Nerz, Laubfrosch oder Fischadler nur noch in Bilderbüchern oder Museen zu bewundern sind.

Was bedeutet eigentlich Artenschutz? Welche Lebensräume sind bedeutungsvoll? Welche Art erfordert Schutzmaßnahmen? Mit diesen und ähnlichen Fragen beschäftigt sich die Ökologische Schutzstation Steinhuder Meer e.V.

Hof der ÖSSM

Dr Hof der ÖSSM.

Der Verein wurde 1991 gegründet und pflegt neben der wissenschaftlichen Arbeit zur Förderung der Biodiversität, eine starke Zusammenarbeit mit Schulen. Ziel ist es, Schüler zu sensibilisieren und an die Phänomene einer vielfältigen Natur heranzuführen. Dazu gehören auch Führungen von Gruppen in die verschiedenen bedrohten Lebensbereiche wie Moore, Feuchtwiesen und Seen. In einem Gebäude in Winzlar, in dem sich auch eine kleine Ausstellung befindet, halten ehrenamtliche Naturschützer und abgeordnete Lehrer Seminare und Treffen mit Schulklassen sowie anderen interessierten Gruppen ab. Es gibt eine enge Verzahnung zwischen den wissenschaftlich angelegten Projekten und deren Vermittlung im pädagogischen Bereich.

Die Wissenschaftler der Schutzstation betreuen im Auftrag des Landes Niedersachsen rund um das Steinhuder Meer Naturschutzgebiete mit einer Größe von 2.500 Hektar. Das Steinhuder Meer gehört als Fauna-Flora-Gebiet auch zum Europäischen Schutzgebietssystem Natura 2000. Die ÖSSM-Mitarbeiter planen nach intensiver Vorbereitung Maßnahmen zur Verbesserung der Lebensräume und setzen diese in Kooperation mit anderen Naturschutzverbänden und der öffentlichen Verwaltung schließlich um. „Wir arbeiten nur mit Erlaubnis der Naturschutzbehörden an unseren Projekten, anders ist es nicht möglich!“ so Thomas Beuster (Geschäftsführer ÖSSM).

Egal ob ein Moorgebiet renaturiert werden soll oder eine seltene Lebensform in ihrem Bestand gestärkt werden soll – der Ablauf ist oft ähnlich: Zunächst sollten viele Informationen über das Gebiet und die dort vorkommenden Arten gesammelt werden. Ist dies erledigt, kann entschieden werden, welche Art denn nun wirklich bedroht ist. Dazu sollten wissenschaftliche Gutachten, wie Bestandserfassungen von Tier- und Pflanzenarten durchgeführt werden, um schließlich gute Pflege- und Entwicklungspläne zu erstellen.

Der grüne Laubfrosch

Der grüne Laubfrosch.

Aber welche Tierarten sind denn eigentlich vom Aussterben bedroht? So fand man heraus, dass zum Beispiel der grüne Laubfrosch zu einer der meist gefährdetsten Tierarten in der Region Steinhuder Meer gehört. Sein Lebensraum wurde und wird unter anderem durch den Einsatz von Umweltgiften und die Trockenlegung von Feuchtgebieten zerstört. Immer mehr Weiher und Teiche gehen verloren.„Der Laubfrosch ist inzwischen also sehr selten geworden, und so wird er heute vom Bundesnaturschutzgesetz als streng geschützte Art geführt“, sagt Eva Goris von der Deutschen Wildtierstiftung.

Ein sehr erfolgreiches Projekt hat die ÖSSM mit dem europäischen Nerz gestartet. Der Sumpfbewohner galt in Deutschland seit 1925, aufgrund von Zerstörung der Lebensräume und Verfolgung als Pelztier, als ausgestorben. Der Nerz wird nun durch ein Wiederansiedlungsprojekt am Steinhuder Meer wieder heimisch gemacht. Dafür wurden, nur durch menschliche Hilfe, alte Lebensbedingungen wieder hergestellt und die Tiere durch sogenannte „Sender“ markiert um zu beobachten, wie wohl sie sich fühlen. Thomas Brandt, der Leiter der ÖSSM ruft deshalb dazu auf „die Tierart in ihren heutigen Lebensräumen zu erhalten und ihnen anderswo neue Chancen zu geben, wo Lebensräume wieder entstanden sind.“ (www.euronerz.com)

Mit Aussicht auf die Zukunft scheint die Lage des Laubfrosches stabil zu sein. Die Tendenz des Bestandes geht sogar nach oben. Bei dem europäischen Nerz müsse man die Forschung noch weiterführen und weitere Lösungsvorschläge entwickeln.

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