Faszination Lüneburger Heide: mehr als nur eine Heidelandschaft

Blick in die Lüneburger Heide, Quelle: travelbook.de

Im Juni 2015 besuchte unsere Seminargruppe des Gymnasium Bad Nenndorf eine der letzten Heidelandschaften in Norddeutschland, die Lüneburger Heide. Die über mehrere tausend Jahre entstandene Kulturlandschaft erkundeten wir zu Fuß über naturbelassene Wege und mit der Moorbahn. Dabei begleitete uns ein Heide-Ranger, der uns die unvergleichliche Tier- und Pflanzenwelt der Lüneburger Heide zeigte und erklärte.

Wölfe in der Lüneburger Heide

Zum Zeitpunkt unserer Exkursion war das aktuelle Thema „der Wolf“. Da es mittlerweile wieder Wölfe in Niedersachsen gibt, muss der Heide-Ranger darauf achten, ob sich in der Lüneburger Heide Wolfsrudel aufhalten. Dies ist wichtig, um das Verhalten der Wölfe in ihrem neuen Lebensraum und zu den anderen Tieren zu beobachten. Nur so können Probleme rechtzeitig erkannt und behoben werden.

Die Heidschnucke – ein freundlicher Helfer der Natur

Heidschnucken

Heidschnucken, Quelle: kartoffel-hotel.de

In der Lüneburger Heide gibt es verschiedene Tiere, die diesen besondern Lebensraum für sich nutzen. Das wohl bekannteste Tier der Lüneburger Heide ist die Heidschnucke. Sie hat ein gräuliches Fell und gebogene lange Hörner. Die Beine, der Kopf und der Schwanz sind schwarz. Als Nahrung nutzt sie Gräser, Heidekraut und Wollgras. Abstammen soll sie von den Mufflons aus Sardinien und Korsika. Ohne die Heidschnucken würde es die Lüneburger Heide in der heutigen Form nicht geben, wie man sie kennt. Die Heidschnucke hilft beim Fortbestand der Lüneburger Heide und damit auch beim Erhalt bestimmter Tierarten. Durch den ständigen Verbiss von aufkommenden Gehölzern, Gräsern und dem Heidekraut bleibt die Heide kurz und der nährstoffarme Boden erhalten. So wird ein Lebensraum für viele Tierarten geschaffen, wie zum Beispiel dem Ziegenmelker und dem Birkhuhn. Auch zerstören die Heidschnucken beim Lauf durch die Lüneburger Heide Spinnweben, wodurch die Bienen ungestört den Nektar den Blumen entnehmen können.

Der Ziegenmelker – ein nachtaktiver Vogel

Ziegenmelker

Ziegenmelker, www.natura2000.rlp.de

Wie oben schon angesprochen lebt in der Lüneburger Heide der Ziegenmelker. Dieser Vogel ist vom Aussterben bedroht. Hauptsächlich aktiv ist er in der Dämmerung und in der Nacht. Sein Gefieder ist braunschwarz gemustert. Das Erkennungsmerkmal ist sein kurzer Schnabel und der breite Rachen. Der Name entstand dadurch, dass ein Historiker das Tier immer wieder in der Nähe von Ziegen gesehen hat. Dort frisst er die Insekten, die sich beim Ziegeneuter aufhalten.

Das Birkhuhn – ein seltener Hühnervogel

Birkhuhn

Birkhuhn, Quelle: www.ndr.de

Ein anderer Bewohner dieses Lebensraumes ist das Birkhuhn. Dieses vom Aussterben bedrohte Tier favorisiert ungestörte Moor- und Heidelandschaften mit Birken-, Fichtenbewuchs und vielgestaltiger Krautschicht. Menschliche Eingriffe in die Natur und natürliche Feinde bewirken, dass es nur noch wenige Birkhühner in Deutschland gibt.  Weibchen haben ein braunschwarz gefärbtes Gefieder, wodurch sie beim Brüten am Boden vor Feinden gut getarnt sind. Birkhähne haben im Gegensatz zu den Weibchen ein prächtiges blauschwarz gefärbtes Federkleid.

In der Lüneburger Heide wachsen außerdem viele verschiedene und seltene Pflanzen, wie zum Beispiel die Besenheide, besser bekannt als Heidekraut, die Glockenheide und der Wacholder. All diese Pflanzen machen die Lüneburger Heide zu einem einzigartigen Lebensraum für Mensch und Tier.

Niklas B.

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